Tiere am Arbeitsplatz: Bürohunde und Co. und ihren überraschenden Einfluss im Berufsalltag

Tiere am Arbeitsplatz werden immer beliebter. Hunden wird sogar nachgesagt, dass sie die Produktivität von Mitarbeiter*innen bei der Arbeit steigern, Stress reduzieren und das soziale Miteinander unter den Kollegen fördern. Im nachfolgenden Beitrag geht es um Tiere am Arbeitsplatz und um die wichtigen Aufgaben der sogenannten „Dogs with Jobs“. Darüber hinaus setzt sich dieser Artikel mit der Frage auseinander, ob und wann dein Hund für einen „Bürojob“ geeignet ist. Aber nicht nur Hunde sind gern gesehene Gäste bei der Arbeit. Auch andere Vierbeiner wie Katzen haben das gewisse Etwas - wie schon einige österreichische Arbeitgeber erkannt haben. Egal ob Hund, Katze, Huhn oder Ziege, wir sind uns einig, dass Tiere am Arbeitsplatz etwas ganz Besonderes sind und die Mitarbeiter*innen während ihrer Arbeitszeit positiv beeinflussen (können).

Tiere am Arbeitsplatz: Bürohunde und Co.

Der Traum vom Bürohund

Für viele Berufstätige ist es Traum, seinen pelzigen Vierbeiner mit zur Arbeit zu nehmen. Auch Katzen und andere Tiere kommen immer häufiger am Arbeitsplatz vor. Im folgenden Artikel geht es zum einen um die verschiedenen Arbeitsbereiche, in denen unsere Fellnasen gern gesehene Gesellschaft sind und zum anderen um die sogenannten „Dogs with Jobs“.

Außerdem gehen wir auf die positive Wirkung auf die Mitarbeiter*innen ein, wie es den Tieren gelingt, eine entspannte Atmosphäre und gute Laune im gesamten Unternehmen zu verbreiten. Sogar wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass es einen nachweislichen Rückgang des Stresslevels bei Mitarbeiter*innen gibt, was natürlich einen positiven Effekt auf die Arbeitsleistung und Zufriedenheit der Arbeitnehmer*innen erlaubt. Demnach steigt auch das Potenzial für eine gesunde Work Life Balance. Das zeigen zahlreiche Forschungen im Bundesverband Bürohund e.V. Die Vierbeiner scheinen uns also noch viel mehr zu geben, als "nur" ein guter Freund und Haustier zu sein. Zu beobachten ist außerdem, dass dieses Potenzial für ein gutes Arbeitsklima vermehrt von Arbeitgebern erkannt wird.


Dogs with Jobs: Der Kollege Hund

Der Wertigkeit eines „Dogs with Job“ wird in der Gesellschaft vermehrt Beachtung geschenkt und daher werden sie immer beliebter. Es sind speziell ausgebildete Hunde, die entweder Menschen mit besonderen Bedürfnissen unterstützen oder Co-Therapeuten, die in der tiergestützten Therapie eingesetzt werden. So zu sagen ein tierischer Kollege bei der Arbeit. Schauen wir uns diese Thematik etwas genauer an:

Bürohunde

Assistenzhund als Alltagsgehilfe

Nehmen wir als erstes Beispiel den Assistenzhund als "Kollege". Ein Assistenzhund unterstützt seine*n Besitzer*in bei den unterschiedlichsten Aufgaben und ist damit weit mehr als nur ein Haustier als vierbeiniger Freund. Nein, denn das Tier erleichtert Dinge des alltäglichen Lebens für eingeschränkte Personen.

Es gibt zum Beispiel Servicehunde, die Rollstuhlfahrer*innen begleiten und auch wichtige Aufgaben an deren Arbeitsplatz innehaben. Er kann seinem*seiner Besitzer*in Türen öffnen, Dinge aufheben, wenn etwas hinunterfällt und noch viel mehr.

Signalhund in Alarmbereitschaft

Weiters gibt es den Signalhund, der die wichtige Aufgabe hat, seine*n Hundehalter*in zu warnen, wenn zum Beispiel bei Diabetes eine Unterzuckerung droht. Dies ist generell im Leben sehr hilfreich und eine unentbehrliche Hilfe im Alltag. Für manche Menschen mit Behinderungen ist der liebevolle Vierbeiner eine wichtige Voraussetzung, um in das Berufsleben einsteigen zu können, weil er ihnen den Arbeitsalltag grundsätzlich erleichtert und ihnen auch das nötige Selbstbewusstsein geben kann, um sich an einen Beruf überhaupt heranzutrauen.

Die Assistenz- und Signalhunde werde entweder von einem*einer Trainer*in ausgebildet und kommen dann erst zu seinen Besitzern oder werden in Selbstausbildung unter der Anleitung eines Trainers oder einer Trainerin ausgebildet.

Therapie- und Schulhund als Co-Therapeuten

Der Therapiehund hingegen arbeitet gemeinsam mit seinem*seiner Hundehalter*in. Die beiden bilden ein Team, um dann im Einsatz eine Triade zu bilden (Hundeführer*in – Hund – Klient*in). Man kann diese Teams im sozialen Bereich wie Seniorenheime, Kinderheimen, Behindertenheimen, aber auch im Einzelsetting wie zum Beispiel bei einer psychologischen Behandlung antreffen.

Sie werden bei Vorträgen zur Bissprävention oder bei der Behandlung von Hundeangst eingesetzt. Die Tätigkeitsbereiche sind vielfältig und haben die individuelle Förderung eines oder mehrerer Menschen zum Ziel. Auch im Legasthenie- und Dyskalkulie-Bereich sind sie Eisbrecher und Therapeuten. Die Förderungen der Grob- und Feinmotorik, der sozialen Kompetenz, der Hand-Augen-Koordination stehen häufig im Mittelpunkt bei einem Therapiebegleithundeeinsatz.

Der Schulhund durchläuft ebenfalls die Ausbildung zum Therapiehund. Er begleitet seinen*seiner Besitzer*in mit in die Schule und gestaltet mit ihm*ihr gemeinsam den Unterricht.

Die Ausbildung zum Therapiebegleithundeteam

Um ein Therapiebegleithundteam werden zu können, musst du als Hundehalter*in in einem sozialen Feld eine Ausbildung absolviert haben und der Hund muss dafür geeignet sein. Das bedeutet, dass er offen auf Menschen zugeht und generell über ein freundliches Wesen verfügen sollte. Außerdem bedarf es in Österreich neben einer Ausbildung bei einer*einem Trainer*in einer kommissionellen Prüfung, bevor ihr als Team durchstarten könnt. Hier muss angemerkt werden, dass ein Therapiehund vorgegebene Arbeitszeiten einzuhalten hat. Er darf beispielsweise nicht mehr als 8 Einsätze zu maximal 45 Minuten im Monat absolvieren. Daher eignet sich der Job als Therapiebegleithundeteam nicht als Vollzeitjob, sondern eher als zusätzlicher Bonus, wenn man bereits im sozialen Bereich arbeitet oder dies plant und Menschen mit dieser Form der Therapie unterstützen möchte.

Es gibt aber nicht nur Therapiehunde, die den Klienten ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Auch Katzen, Kaninchen oder Hühner werde mittlerweile als Therapietiere eingesetzt.


Bürohund: Die ideale „Work Dog Balance“

Ein weiterer vierbeiniger Kollege ist der „Bürohund“. Hierbei handelt es sich meistens um einen Familienhund, der ins Büro mitkommt. Mittlerweile ist ein Bürohund in vielen Arbeitsbereichen erlaubt. Bei großen amerikanischen Firmen wie Amazon oder Etsy ist es bereits üblich, seinen wohlerzogenen, freundlichen Hund mitzunehmen. Aber auch bei österreichischen Firmen gibt es schon Vorreiter in diesem Bereich. Im Sinne der immer bedeutender werdenden Benefits für Arbeitnehmer*innen bezeichnen sich immer mehr Unternehmen als hundefreundliche Arbeitgeber, die dem Personal somit das Mitbringen des Haustiers ermöglichen. Wie wir gelernt haben, hat dies nicht nur für die direkten Hundehalter*innen einen positiven Effekt, da er regelmäßig zum Gassigehen an die frische Luft gehen muss etc., sondern die gesamte Abteilung profitiert von einem guten Arbeitsklima, regelmäßigen Pausen im Sinne von Streicheleinheiten usw.

Zum Blogbeitrag

Vollzeitjob und Hund


Persönliche Voraussetzungen für den Bürohund

Tiere am Arbeitsplatz - Bürohund

Wenn du dein Haustier mit ins Büro nehmen möchtest, gilt es mehrere Dinge zu beachten:

Zuerst solltest du dir Gedanken darüber machen, ob dein Hund überhaupt ins Büro passt. Du musst bedenken, dass dein Tier vielleicht gestresst von den ganzen Kollegen und Kunden sein könnte und im Büro eventuell nicht zur Ruhe kommt. Ein erwachsener Hund sollte am Tag mind. 18 Stunden Schlaf haben. Weitere Überlegungen wären, wie du deinen Arbeitsplatz möglichst hundefreundlich gestalten könntest. Eine ruhige Ecke, möglichst ohne Durchzugsverkehr, bestückt mit einer Decke, eventuelle einer Box, wenn er daran gewöhnt ist und leckeren Kauknochen wären Möglichkeiten.

Als primäre Regel gilt, dass das Haustier im Büro ein erzogenes Verhalten im Unternehmen vorweisen muss und damit keine Arbeitnehmer oder gar Kunden stört, denn so würde das Mitbringen des Vierbeiners nur das Gegenteil der obenstehenden positiven Effekte erzeugen.

Ist mein Hund als Kollege geeignet?

Folgende Fragen solltest du dir vorab stellen:

  • Bist du bereit, deine ganze Pause mit dem Hund zu verbringen? Der Hund braucht zwischendurch auch einmal eine Verschnaufpause und muss sich an der frischen Luft erleichtern.
  • Kannst du darauf verzichten, mit deinen Kollegen einen Kaffee trinken zu gehen und stattdessen mit deinem Hund eine Runde zu drehen?
  • Hast du auch Kundentermine im Außendienst, zu denen du deinen Hund nicht mitnehmen kannst? Hast du eine Lösung dafür?
  • Wie ist das Verhalten gegenüber neuen Menschen? Im Empfangsbereich darf beispielsweise keine Unruhe entstehen, wenn Personen ein und aus gehen.

Wenn du all diese Dinge genau durchdacht hast und bei den Kollegen bereits vorgefühlt hast, ob sie sich mit einem Bürohund anfreunden könnten, ob Tierhaarallergien oder Angst vor Hunden vorliegen, dann solltest du dieses Thema mit deinem Arbeitgeber besprechen. Wenn dieser das Ok gibt, haltest du am besten alles schriftlich fest und dann steht deinem Tier eine Zukunft als Bürohund nichts mehr im Wege.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Wer sein Haustier ins Büro mitnimmt, sollte auf jeden Fall eine Haftpflichtversicherung abschließen, um für den Fall der Fälle abgesichert zu sein. Bei Assistenzhunden sieht die Sache etwas anders aus. Diese haben vom Gesetz her Zutritt zu allen Institutionen und haben somit das "Recht", überall hin mitzugehen, um durchgehend beim Besitzer oder der Besitzerhin zu bleiben. Der Grund dafür ist, dass ohne den tierischen Begleiter die Sicherheit des Menschen nicht gewährleistet werden kann.


Die besten Arbeitsplätze für Bürohunde

Wenn du deinen Vierbeiner mit zur Arbeit nehmen möchtest, hast du erfahrungsgemäß im Medien- und Sozialbereich die besten Chancen. Aber auch im Handel, wie bei einer großen Tierfutterkette sind Hunde am Arbeitsplatz gestattet. Der Hund am Arbeitsplatz kann eine immense Bereicherung für alle sein, wenn man die Grenzen des Tieres akzeptiert und ihm den Alltag im Büro so stressfrei wie möglich gestaltet.

Wie bereits erwähnt, sollte man ihm eine ruhige Ecke zur Verfügung stellen, wohin er sich zurückziehen kann. Trotzdem ist es gut, für den Fall, dass der Hund erkrankt oder er aus firmentechnischen Gründen einmal nicht mit ins Büro kann, eine Alternative in Form eines Hundesitters zu haben und ihm das entspannte Alleinbleiben näherzubringen.


Bürokatzen?

Tiere am Arbeitsplatz - Bürokatze

Hört sich zunächst lustig an, aber das gibt’s! In vielen österreichischen Städten gibt es mittlerweile Katzencafés, in denen Katzen aus dem Tierheim wohnen und den Besucher*innen den Tag verschönern. Dies unterstützt nicht nur den Tierschutz, sondern fördert auch das Wohlbefinden beim Personal. In einigen Buchhandlungen leben auch Samtpfoten aus dem Tierheim und bereiten neben dem Lesevergnügen den Kunden eine besondere Freude. Auch viele Seniorenheime haben oft einen ganzen Streichelzoo. Neben Katzen und Kaninchen gibt es bereits Heime die Ziegen in einem Außengehege beherbergen.

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Familie und Karriere


UNSER FAZIT FÜR DICH

Egal, ob Hund, Katze, Kaninchen oder auch Hühner: Tiere am Arbeitsplatz können eine sehr schöne Bereicherung sein. Sie sind bekannt dafür, unseren Stress zu lindern. Sie steigern den sozialen Zusammenhalt und verringern negative Konflikte, weil sie uns auf andere Gedanken bringen. Hunde am Arbeitsplatz sind sogar eine gute Burnout Prävention, weil sie uns daran erinnern, Pausen zu machen und nicht umsonst heißt es:

„Der beste Freund des Menschen sind Hunde“.

Viele Arbeitgeber haben das positive Potenzial von Tieren am Arbeitsplatz bereits erkannt und werden immer aufgeschlossener, was das Thema „Bürohund“ betrifft. Das ist gut so, denn immerhin ist das doch eine Win-Win-Situation, oder? Wir hoffen, dass dir dieser Beitrag gefallen hat und dass wir dich dabei motiviert haben, deinen eigenen Hund nun auch mit ins Büro zu nehmen.

Nur ein Tipp vor der Anfrage bei deinem Arbeitgeber: Sorge für eine gute Vorbereitung und setze dich mit obenstehenden Fragen auseinander, ob sich dein Haustier beispielsweise von seinem Charakter überhaupt für den Büroalltag eignet. Die goldene Regel ist außerdem, dass du für ein erzogenes Verhalten sorgen kannst, so dass das Tier nicht zum Negativfaktor wird.

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