Der Einfluss eines guten Arbeitsklimas

Welche Faktoren beeinflussen das Betriebsklima positiv? Es ist das ausschlaggebende Argument für viele Bewerber*innen, wenn es um die Wahl ihres Arbeitgebers geht: ein gutes Betriebsklima. Doch wodurch zeichnet sich dieses überhaupt aus und welche Folgen kann es mit sich bringen, wenn es vernachlässigt wird? Wir haben für dich die Antworten auf diese Fragen zusammengefasst und wünschen viel Spaß beim Lesen.

Der Einfluss eines guten Arbeitsklimas

Stell dir einmal folgende Situation vor: Bei einem großen, international tätigen Konzern wird eine Stelle frei, die inhaltlich genau deinen Interessen entspricht. In Hinsicht auf persönliches Prestige und deinen Lebenslauf wäre diese Position definitiv ein Volltreffer. Dennoch zögerst du, denn vor kurzem hat ein Bekannter über ein schlechtes Arbeitsklima berichtet. Ein Job in diesem Betrieb ist zwar gut bezahlt, jedoch spielen die Faktoren Wertschätzung, Individualität, Fehlerkultur und ein freundliches Miteinander unter Arbeitskollegen eine untergeordnete Rolle. Es wären auch keinerlei Maßnahmen geplant, den Teamgeist in diesem Betrieb zu wecken. Würdest du dich nun trotzdem auf den Job bewerben? Daran erkennst du den Einfluss eines guten oder schlechten Arbeitsklimas auf die Reputation eines Arbeitgebers.


Warum ist das Arbeitsklima so wichtig?

Ein gutes berufliches Klima bedeutet zufriedene und gesunde Mitarbeiter*innen.

Es gibt vermutlich wenige, die die oben angeführte Frage am Ende des beschriebenen Szenarios sofort und ohne zu zögern mit „Ja“ beantworten.

Diesen Trend erkennen auch immer mehr Organisationen und versuchen, ihre Mitarbeiter*innen durch gezielte Maßnahmen zufriedener und glücklicher zu machen und dadurch die Qualität der Arbeit und die positive Resonanz nach außen zu erhöhen. Das sorgt bei gelungener Umsetzung nicht nur für eine langfristige Mitarbeiterbindung, sondern zieht auch potenzielle Bewerber*innen an. Eine gute Arbeitsatmosphäre lässt sogar kleinere Probleme weniger Wichtigkeit bekommen. Ein gutes Beispiel sind hierbei geleistete Überstunden. Bewältigt man größere Projekte zusammen und leistet gemeinsame Aktivitäten fallen ungewöhnlich viele Überstunden nicht mehr so groß ins Gewicht. Lässt man die Abende beispielsweise mit einem Abendessen ausklingen, stärkt dies noch zusätzlich das soziale Miteinander zwischen Beschäftigten und Führungskraft.


Begriffsdefinition Arbeitsklima und der Unterschied zum Betriebsklima

Vorneweg, das Arbeitsklima ist nicht gleich das Betriebsklima. Fälschlicherweise werden die beiden Begriffe gerne synonym verwendet, obwohl das Arbeitsklima die Überkategorie darstellt. Demnach handelt es sich dabei um das gemeinschaftliche Verhalten bei der Arbeit, die allgemeine Zufriedenheit mit dem Tätigkeitsumfeld sowie die dementsprechende Entlohnung. Das Betriebsklima schließt die gesamte Unternehmenskultur mit ein.

Die Bewertung ist recht subjektiv und empfindet jeder anders. Idealerweise kann die Mitarbeiterzufriedenheit innerhalb einer jährlichen Umfrage eingeholt werden, worauf das Unternehmen Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsklimas vornehmen kann. Um (wirklich) gute Arbeitsbedingungen und damit einen respektvollen Umgang schaffen zu können, werden die Einschätzung und die Meinung der Beschäftigten benötigt.

Doch was genau sind nun Faktoren, die sich auf das Betriebsklima und das "Wir-Gefühl" auswirken?


Welche Faktoren beeinflussen das angenehme Arbeitsklima?

Welche Faktoren beeinflussen das angenehme Arbeitsklima

Wertschätzender Umgang mit flacher Hierarchie

Vergleicht man diverse Quellen, dann hat die positive, aufrichtige und wertschätzende Kommunikation im Berufsalltag oberste Priorität. eine respektvolle Zusammenarbeit gelingt im ersten Schritt durch eine flache Hierarchie mit Gesprächen auf Augenhöhe.

Transparente Kommunikation

Hinzu kommt vollständige Transparenz: Entscheidungen der oberen Ebene sollten gut und verständlich argumentiert werden, damit Mitarbeiter*innen diese besser nachvollziehen und so auch selbst vertreten können. Mit einer klaren und transparenten Ausdrucksweise seitens des Vorgesetzten erhöht dieser auch das Vertrauen in seinem Team.

Lob, Anerkennung & Feedback

Wichtig sind zudem regelmäßiges Lob und Anerkennung aus dem Arbeitsumfeld, um die Mitarbeiter*innen in ihrer Tätigkeit zu bestärken und zu motivieren. Das erhöht in der Regel ihr Engagement und hilft ihnen dabei, sich besser mit dem Betrieb zu identifizieren. In Ergänzung dazu sollte auch des Öfteren das Feedback der Mitarbeiter*innen eingeholt werden, wodurch etwaiger Verbesserungsbedarf in einigen Bereichen ausgemacht werden kann.

Dazu eignet sich ein Mitarbeitergespräch, das jährlich mindestens einmal zwischen Vorgesetztem und Arbeitnehmer durchgeführt werden sollte. Dieser Austausch ermöglicht es den Angestellten, offen über Anregungen, Wünsche und Entwicklungsschritte zu sprechen.

Ein weiterer relevanter Punkt ist es, die Angestellten zum Ansprechen von Konflikten und Problemen zu ermutigen. Eine gute Fehlerkultur im Sinne der Integrität eines Unternehmens ist essenziell, um Prozesse zu optimieren und teils schwerwiegende Schäden zu verhindern. Dem Betriebsrat kommt hier als Anlaufstelle eine äußerst wichtige Aufgabe zu. Man spricht dann auch von einem Konfliktgespräch - auch das hat zum Ziel, die Zufriedenheit des Arbeitnehmers zu erhöhen und in Summe das Arbeitsklima zu halten bzw. zu verbessern. Solltest du noch kein Mitarbeitergespräch geführt haben, kannst du dies bei deinem Vorgesetzten einfordern.

Darüber hinaus haben Gespräche mit den Kollegen einen enormen Einfluss darauf, wie das Arbeitsklima von den einzelnen Personen wahrgenommen wird. Ein gemeinsames Mittagessen oder auch Kaffeepausen zwischendurch stärken das Gefühl der Zusammengehörigkeit und sorgen für mehr Spaß am Arbeitsplatz. Hier ist vom Vorgesetzten darauf zu achten, dass der Leistungs- und Zeitdruck nicht zu hoch wird. Denn wenn das Team einem zu großem Stress ausgesetzt sind, fallen diese Pausen schnell einmal dem Zeitmangel zum Opfer, worunter die Psyche leidet.

Die gesunde Kombination aus Vertrauen und Kontrolle

Das Motto "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" ist im Hinblick auf das Arbeitsklima definitiv die falsche Vorgehensweise. Sich fremdbestimmt zu fühlen, weckt nicht gerade Motivation oder den Ehrgeiz sich weiterzuentwickeln, sondern schadet dem betrieblichen Miteinander. Der sogenannte autoritäre bzw. hierarchische Führungsstil entspricht nicht mehr den heutigen Vorstellungen und sollte demnach nicht mehr angewandt werden. Mitarbeiter*innen sollten sich idealerweise mit großzügig definierten Rahmenbedingungen bewegen dürfen, um die eigene Persönlichkeitsentwicklung "freien Lauf" lassen zu können.

Teambuilding & Veranstaltungen

Zum näheren Kennenlernen der Kollegen können vom Betrieb auch Feiern und Events organisiert werden. Diese lockern die Atmosphäre im Arbeitsumfeld auf und fördern zugleich die bessere Vernetzung untereinander. Dabei bieten sich abteilungsinterne Veranstaltungen zum Zweck des Teambuildings an. Ein gemeinsamer Ausflug, ein Workshop-Besuch oder ein einfaches Zusammenkommen außerhalb der Arbeitszeit kann das soziale Miteinander langfristig fördern.

Sinnstiftende Tätigkeit, Weiterbildungs- & Aufstiegschancen

Auf das Betriebsklima wirkt sich auch darauf aus, ob die Mitarbeiter*innen das Gefühl haben, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Die Challenge hierbei ist es, eine Balance zwischen Routineaufgaben und neuen Herausforderungen zu finden. Werden den Angestellten verantwortungsvolle Aufgaben zugesprochen werden, weckt dies Motivation und Ehrgeiz, den Vorgesetzten in seiner Entscheidung zu bestärken und ihn demnach nicht zu enttäuschen.

Darüber hinaus sorgen Aufstiegschancen genauso wie Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung für eine langfristige Bindung der Mitarbeiter*innen. Sie liefern zudem einen guten Grund, um sich im Job anzustrengen, und steigern so die Leistungsbereitschaft und Produktivität.

Eine ideale Möglichkeit bieten dabei jährliche Zielvereinbarungen, in denen die Angestellten innerhalb eines definierten Zeitfensters ein oder mehrere Projekte abschließen müssen. Gelingt dies, werden die Tätigkeiten meist durch eine finanzielle Prämienzahlung vergütet. Die Kombination aus Aufgaben, Verantwortung und Vergütung ist sehr individuell und wird üblicherweise vertraglich festgelegt.

Flexible Arbeitszeiten & angemessene Entlohnung

Das Gleitzeitmodell ist bei Arbeitnehmer*innen durchaus beliebt, da es ihnen die Möglichkeit bietet, Freizeit und Beruf besser zu vereinen beziehungsweise flexibler zu adaptieren. Wenn man sein Hobby neben dem Job noch weiter ausüben kann, erhöht das die Zufriedenheit deutlich. Dieses Gleichgewicht wird auch als Work-Life-Balance bezeichnet.

Und auch wenn das Gehalt zwar heutzutage meist nicht mehr als ausschlaggebender Grund für die Berufswahl gilt: eine angemessene Entlohnung ist wichtig, damit man sich als Angestellte*r nicht finanziell benachteiligt fühlt.

Ein Tipp zur "angemessenen Entlohnung": Nicht immer muss die monatliche Vergütung den exakten Vorstellungen entsprechen. Meist kann die Mitarbeiterzufriedenheit maßgeblich erhöht werden, wenn ein Unternehmen mit Prämien, Gewinnbeteiligungen oder projektbezogenen Auszahlungen arbeitet.

Der Wohlfühlfaktor am Arbeitsplatz

Dem Arbeitsplatz – sei es die Fabrikhalle, die Baustelle, das Auto oder das Büro – kommt ebenfalls eine bedeutsame Rolle zu, immerhin verbringt man hier für gewöhnlich einen Großteil seiner Arbeitszeit. Beachtet werden sollten hier einerseits gesundheitliche Richtlinien, wie zum Beispiel angenehme und ergonomische Bürostühle, andererseits der Wohlfühlfaktor, der unter anderem durch Pflanzen, Raumtemperatur, persönliche Einrichtungsgegenstände oder durch den Luxus einer Kaffeemaschine beeinflusst werden kann.

Dazu zählt auch eine zeitentsprechende Infrastruktur und Werkzeuge, die zur täglichen Arbeitsbewältigung benötigt werden. Arbeitsplätze müssen demnach mit modernen Computern inkl. leistungsfähigem Internet ausgestattet sein, während das Werkzeug von beispielsweise Mechanikern in funktionsfähigem Zustand sein sollte.


Benefits für Mitarbeiter*innen

Vorteile für die Mitarbeiter*innen sind schlussendlich noch die Kirsche auf der Sahnetorte, die ein gutes Betriebsklima zu einem ausgezeichneten macht.

Im Trend Bewerbermarkt sind die Betriebe gezwungen, an ihrer Reputation zu arbeiten. Mit einem Bewerbermarkt ist gemeint, dass das (Stellen)Angebot die Nachfrage (Bewerber*innen) übersteigt. Die Jobsuchenden haben demnach eine große Auswahl an Stellenangeboten und besitzen die Macht, sich für das beste Angebot zu entscheiden. Innerhalb dessen geht es schon lange nicht mehr nur um die Tätigkeit selbst und die Entlohnung. Weit mehrere Aspekte zählen zur schlussendlichen Jobzusage. Dafür eignen sich sogenannte Benefits, um das Interesse bei potenziellen Bewerber*innen zu steigern und die Bindung des bestehenden Teams zu stärken.

Das kann von den sogenannten "Fringe Benefits", also materiellen Dingen wie einem Dienstauto, -handy oder -laptop, bis hin zu Gutscheinen und Rabatten für diverse Kooperationspartner des Unternehmens reichen. Ein weiterer Bonus sind Sport- und Sprachkurse oder beispielsweise Massagen, die direkt vor Ort vom Betrieb vergünstigt angeboten werden.

All diese Maßnahmen erhöhen die Zufriedenheit des gesamten Teams und tragen somit im Folgeschluss zu einer Verbesserung des Arbeitsklimas bei. Es schafft Motivation und wirkt sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit aus.

Die aktuell beliebtesten Benefits auf einen Blick:

Benefits für ein angenehmes Arbeitsklima

Weitere "Benefits" wie eine flache Hierarchie, eine attraktive Vergütung oder ein moderner Arbeitsplatz werden heute eher als Selbstverständlichkeit angesehen. Beispielsweise haben Familienunternehmen das Privileg, mit einer Familienzugehörigkeit zu prahlen, während sich kleine Betriebe durch flexible und abwechslungsreiche Aufgaben schmücken. Jedes Unternehmen muss für sich selbst aussagekräftige Benefits kreieren, um heute passende Bewerber*innen auf sich aufmerksam zu machen.

Als Jobsuchende*r bist du also in einer hervorragender Stellung - nutze sie!


Welche Auswirkungen kann es haben, wenn keine Maßnahmen für ein gutes Arbeitsklima getroffen werden?

Ein schlechtes Betriebsklima kann viele negative Folgen mit sich bringen. Die Angestellten sind oft unmotivierter und unproduktiver, da sie wenig Sinn dahinter sehen, sich für ein Unternehmen anzustrengen, das auch für sie keine großen Anstrengungen unternimmt. Harte Worte, aber wahr!

Fehler passieren häufiger, werden aber eher vertuscht, oft auch aus Angst, selbst schlecht dazustehen. Zudem belasten schlechte Stimmung, Stress und Druck die Psyche, es kann zu Mobbing im Büro kommen und die Arbeitnehmer*innen sind öfter im Krankenstand. Ein noch immer ungern ausgesprochenes Thema ist die sexuelle Belästigung im Betrieb Infolgedessen vermehren sich die Kündigungen und die Fluktuation steigt.

Investiert ein Betrieb nicht ausreichend in die für ein gutes Arbeitsklima notwendigen Maßnahmen, muss er dafür in der Regel nicht nur eine Verschlechterung seines Rufs, sondern auch finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Aus diesen Gründen sollte dieses Thema in jedem Unternehmen oberste Priorität haben!

UNSER FAZIT ZUM THEMA ARBEITSKLIMA

Bevor du dich also bei einem Unternehmen bewirbst, ist es auf jeden Fall ratsam, sich über das dortige Betriebsklima schlau zu machen. Die in diesem Artikel angeführten Maßnahmen kannst du dazu als Checkliste verwenden. Behalte dabei immer im Hinterkopf, dass du wahrscheinlich einen Großteil deiner Zeit in diesem Job verbringen wirst und daher sicher glücklicher bist, wenn dich dieser auch wirklich erfüllt, du dich gut mit deinen Kolleg*innen verstehst und eine angenehme Arbeitsatmosphäre vorherrscht.

Wenn all diese Faktoren zutreffen und du dich wohl im Unternehmen fühlst, verbessert das definitiv auch deine Lebensqualität!

In diesem Sinne wünscht dir das Team von steirerjobs.at eine erfolgreiche Suche nach einem neuen Job in der Steiermark und beim Bewerten der Arbeitgeber. Nimm das Arbeitsklima auch wirklich ordentlich unter die Lupe.

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