Erfolgsrezept Nachhaltigkeit: Warum sich Nachhaltigkeit für Unternehmen lohnt

Der vergangene Sommer war wieder ein Sommer der Extreme: Waldbrände, Dürren, Flutkatastrophen. Wissenschafter*innen warnen, dass mit steigender Erderhitzung diese Extreme zunehmen. Das ist inzwischen den meisten Menschen bewusst und deshalb lautet das Gebot der Stunde: Nachhaltigkeit. Doch was genau bedeutet nachhaltig und was bedeutet das für die Unternehmen? Das erklären wir in diesem Beitrag.

Erfolgsrezept Nachhaltigkeit für Unternehmen

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Mit steigendem Bewusstsein wurde der Begriff immer häufiger verwendet und die Bedeutung verschwamm zunehmend. Deshalb wollen wir kurz erläutern, was Nachhaltigkeit bedeutet.

Der schonende Umgang mit unseren Ressourcen

Ursprünglich ging es dabei um nicht viel mehr als „langanhaltend, von langer Dauer“. Doch das heutige Verständnis ist ein anderes. Das ist allem voran von der Forstwirtschaft geprägt, die darunter verstand, nicht mehr Bäume abzuholzen, als nachwachsen können. Es geht also um einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen, was auch dem ursprünglichen Verständnis von langanhaltend entspricht.

Das Dreieck der Nachhaltigkeit

Außerdem geht es heute nicht mehr nur um die Umwelt. Gemäß einem der bekanntesten Modelle, dem Dreieck der Nachhaltigkeit, stehen nämlich Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit in Zusammenhang. Alle drei Bereiche müssen in Einklang gebracht werden. Um das zu erreichen, haben die vereinten Nationen 2015 in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung 17 Ziele formuliert.


Welche Rolle spielen Unternehmen?

Besonders durch unser Konsumverhalten wird unsere Lebensgrundlage geschädigt. Dabei tragen auch die Unternehmen Verantwortung, die häufig rein von Gewinnmaximierung getrieben wurden und teilweise auch immer noch werden. Durch die Art und Weise, wie wir leben und wirtschaften, gelangen zu viele schädliche Stoffe in die Umwelt und es werden weitaus mehr Ressourcen verbraucht als nachwachsen können.

Folgen sind

  • Erderhitzung,
  • Umweltverschmutzung,
  • Ressourcenknappheit,
  • Verlust der Artenvielfalt und
  • soziale Ungleichheit.

Dieser Verantwortung werden sich inzwischen die Unternehmen selbst, aber auch die Gesellschaft generell bewusst. Unternehmen sind gefordert, verantwortungsvoll mit Ressourcen und Arbeiter*innen umzugehen und nachhaltig zu agieren. Damit können sie einen Beitrag für

  • Umweltschutz,
  • sozialer Gerechtigkeit und
  • ihrem eigenen ökonomischen Erfolg leisten.

Denn ...


Arbeitnehmer*innen legen Wert auf Nachhaltigkeit

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, dass Unternehmen verantwortungsvoll agieren. Denn in einer Studie von Wien Energie und Deloitte Österreich gaben 40 Prozent an, dass Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor in der Arbeitgeberwahl ist und sie nicht für „Umweltsünder“ arbeiten würden. Jede vierte Person möchte in einem Green Job tätig sein und aktiv am Klimaschutz mitarbeiten.

Besonders junge Talente legen Wert auf sinnstiftende, nachhaltige und sozial verträgliche Arbeitgeber*innen und Arbeit.


Was sind nachhaltige Unternehmen?

Wie bereits erklärt, gibt es in Bezug auf Nachhaltigkeit drei Aspekte:

  • Ökologie,
  • Ökonomie und
  • soziale Gerechtigkeit

Diese müssen natürlich alle berücksichtigt werden.

1. Ökologie:

Dabei geht es insbesondere darum, die gesamte Lieferkette möglichst ressourcenschonend zu gestalten:

  • Emissionsarme und ressourcenschonende Produktion
  • Umweltschonende Produkte und Dienstleistungen produzieren
  • Langlebige Produkte herstellen, die repariert werden können
  • Schädliche Mittel vermeiden
  • Kurze Transportwege
  • Müll vermeiden und trennen

Darüber hinaus können weitere Maßnahmen getroffen werden:

  • Bei Expansion möglichst bereits versiegelte Flächen nutzen, statt unberührte Flächen zu verbauen. Falls das nicht möglich ist, möglichst wenig produktiven Boden versiegeln. Gerade für Parkplätze etc. gibt es andere, schonendere Möglichkeiten.
  • Stromsparende Geräte und Maschinen verwenden
  • Den Papierverbrauch in der Verwaltung und Büroorganisation möglichst geringhalten
  • In Kantinen o.Ä. regionale, saisonale und möglichst pflanzliche Speisen in Bio-Qualität anbieten
  • Benefits für Mitarbeiter*innen bieten, die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad für den Arbeitsweg zu nutzen
  • Home Office anbieten

2. Ökonomie

Natürlich müssen auch nachhaltige Unternehmen ihre Kosten decken und wettbewerbsfähig bleiben. Das ökonomische Ziel ist hierbei jedoch nicht der maximale Profit, sondern der dauerhafte Bestand. Ganz im Sinne der ursprünglichen Bedeutung von Nachhaltigkeit.

Sie erwirtschaften ihre Gewinne dabei nicht auf Kosten der Umwelt oder der Lebensqualität anderer. Auch nicht auf Kosten zukünftiger Generationen. Das trifft auf unser aktuelles Wirtschaftssystem allzu häufig noch nicht zu.

3. Sozialer Aspekt

Bei der sozialen Ebene geht es um Gerechtigkeit und Solidarität und um die Einhaltung von geltenden Menschenrechtsstandards – wiederum entlang der gesamten Lieferkette. Denn, gerade in der globalisierten Welt, stellen Ausbeutung, Kinder- und Zwangsarbeit immer noch große Probleme dar. Um das zu ändern, arbeitet die EU am EU-Lieferkettengesetz, das Unternehmen dazu verpflichtet, Menschenrechte entlang ihrer Lieferketten und des eigenen Geschäftsbereichs einzuhalten. Auch der sorgfältige Umgang mit der Umwelt wird dabei festgeschrieben.

Einen Teil der sozialen Verantwortung müssen Unternehmen künftig also von Gesetzeswegen übernehmen. Doch sie können noch mehr tun. In Bezug auf die Mitarbeiter*innen im eigenen Betrieb können sie beispielsweise:

In Bezug auf Geschäftspartner*innen und Zulieferer kann ein Unternehmen:

  • Abnahmegarantien geben
  • Langfristige Verträge abschließen
  • Auf die Bedürfnisse der Partner*innen eingehen
  • Ehrlich kommunizieren

Mehr als nur Greenwashing!

Ganz wichtig ist dabei, dass Unternehmen sich nicht nur als nachhaltig vermarkten, sondern tatsächlich nachhaltig agieren. Greenwashing ist inzwischen als Phänomen bekannt und wird es entlarvt, ist der Schaden immens.

Doch Nachhaltigkeit zu messen und zu belegen ist gar nicht so einfach. Transparente, offene Kommunikation ist dabei das A und O. Darüber hinaus gibt es Ratingagenturen, die darauf spezialisiert sind zu beurteilen, wie nachhaltig Unternehmen tatsächlich sind.


Unser Fazit: Nachhaltigkeit lohnt sich!

Es lohnt sich für Unternehmen gleich in mehrfacher Hinsicht, nachhaltig zu wirtschaften. Abgesehen davon, dass sie dabei helfen, unsere Lebensgrundlage zu schützen, tragen sie zu einer gerechteren Gesellschaft bei. Doch auch das nachhaltige Unternehmen profitiert, denn sie sind effizienter, haben ein besseres Image und damit einen Vorteil im Kampf und die Fachkräfte sowie im Absatzmarkt.

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