10 Tipps für mehr Wertschätzung im Job –mehr als nur eine Belohnung!

Zugegeben: Der Begriff klingt etwas verstaubt und nicht nach der neuesten Erfindung. Doch besitzt er möglicherweise dasselbe Potenzial wie eine solche. Denn Untersuchungen zeigen, nichts motiviert Mitarbeiter*innen so sehr wie ein respektvoller, wertschätzender Umgang am Arbeitsplatz. Warum das so ist, was das bedeutet und wie das Potenzial der Wertschätzung im Unternehmen entfaltet werden kann, fassen wir in diesem Artikel zusammen.

Wertschätzung im Job: Viel mehr als eine Belohnung

Was bedeutet Wertschätzung?

Wertschätzung bedeutet, eben den Wert eines Menschen, seine Fähigkeiten und Persönlichkeit zu erkennen und zu schätzen. Und zwar dauerhaft. Es ist also die dauerhafte Haltung des Respekts und der Anerkennung einer Person gegenüber. Ein respektvoller, aufmerksamer und freundlicher Umgang in jeder Situation.

Unterscheidung von Wertschätzung, Lob und Belohnung

Lob oder Belohnung werden im bei der Arbeit häufig mit Wertschätzung gleichgesetzt. Doch sie beziehen sich meist auf eine bestimmte erbrachte Leistung und nicht auf den Wert des Menschen selbst. Deswegen sind Lob oder Belohnungen lediglich Teile eines wertschätzenden Verhaltens.


Welchen Wert hat Wertschätzung?

In Befragungen stuften Arbeitnehmer*innen Wertschätzung als die wichtigste Verhaltensweise ihrer Vorgesetzten ein, um die individuelle Jobzufriedenheit zu steigern. Der renommierte Psychiater Reinhard Haller nennt mangelnde Anerkennung sogar als häufigsten Grund für Burnout. Denn Respekt, Lob und Anerkennung, kurz gesagt: eben ein wertschätzender Umgang, zählt zu den menschlichen Grundbedürfnissen.

Doch Wertschätzung lohnt sich nicht nur aus menschlicher Sicht, sondern auch aus finanzieller. Denn zufriedene Mitarbeiter*innen sind motivierter und dadurch produktiver, sie sind seltener krank und beeinflussen das gesamte Arbeitsklima positiv. So bleiben die Arbeitskräfte auch länger im Betrieb, was in Zeiten des Fachkräftemangels sehr wichtig ist für Unternehmen.

Welche Rolle Wertschätzung im Beruf spielt wird allerdings offenbar unterschätzt. Denn Umfragen zeigen auch, dass Mitarbeiter*innen oft fehlende Wertschätzung an ihrem Arbeitsplatz kritisieren. Sie erhalten nicht die Anerkennung und Aufmerksamkeit, die sie sich von ihren Vorgesetzten wünschen.


Wie Wertschätzung im Job gelingt

Wie beschrieben geht es um einen dauerhaften respektvollen und anerkennenden Umgang mit den Menschen im Betrieb, um eine wertschätzende Haltung. Einzelne Taten alleine sind zu wenig, gehören zu dieser Haltung jedoch dazu. Dabei ist wichtig, dass das wertschätzende Verhalten individuell, präzise und ehrlich ist. Im Folgenden haben wir ein paar Beispiele und Inspirationen gesammelt, wie solches Verhalten am Arbeitsplatz gelebt werden kann.


12 Tipps für ein wertschätzendes Miteinander

#1 Aufmerksamkeit und Interesse zeigen

Eine Begrüßung, ein freundliches Lächeln, nachfragen, wie es den Menschen geht. Ein Gruß zum Geburtstag, eine Karte zum Jubiläum, im Gespräch aufmerksam zuhören und nicht auf den Bildschirm schauen. Das sind kleine Gesten, die freundlich und wertschätzend sind und zeigen, dass Sie sich für Ihr Gegenüber interessieren. Den meisten erscheinen sie möglicherweise selbstverständlich, doch im hektischen Arbeitsalltag können diese schon einmal in Vergessenheit geraten. Deshalb sollte man sich darauf besinnen, denn solche vermeintlichen Kleinigkeiten und Selbstverständlichkeiten kosten nicht viel und zeigen Anerkennung.

#2 Gute Arbeit loben

"Keine Kritik ist Lob genug." So oder so ähnlich haben es die meisten Leute bei der Arbeit einmal gehört und allem voran erlebt. Dabei ist ausgesprochenes Lob eine ganz einfache und wirkungsvolle Art, Wertschätzung zu zeigen und die Motivation der Mitarbeiter*innen zu erhöhen.

Wie bereits erwähnt, bezieht sich Lob meist auf eine bestimmte Leistung und ist damit nicht mit Wertschätzung gleichzusetzen. Es gehört zu einem motivierenden, wertschätzenden Arbeitsumfeld aber dennoch dazu. Gute Arbeit soll gesehen, anerkannt und benannt werden. Denn jede*r freut sich über positives Feedback.

#3 Seien Sie dankbar

Aufrichtige Dankbarkeit ist mehr als ein Lob. Es ist ein Zeichen des Respekts, der Anerkennung und besonders dessen, dass die Person und die Arbeit, die sie leistet, nicht als selbstverständlich erachtet wird. Ein kleines aber aufrichtiges "Dankeschön" kostet nichts und bewirkt sehr viel.

#4 Kommunizieren Sie respektvoll

Fehler passieren, das ist menschlich. Und ist das der Fall, müssen sie auch angesprochen werden, um daraus lernen zu können. Die Frage ist dabei wie sie angesprochen werden. In einer respektvollen Atmosphäre und einem konstruktiven Gespräch wird nicht die Person, sondern das Verhalten kritisiert - und zwar sachlich und lösungsorientiert. Der Fokus soll darauf liegen, wie allfällige Fehler zukünftig vermieden oder Dinge besser gemacht werden können.

#5 Sich für die Mitarbeiter*innen Zeit nehmen

Das Mindeste ist, sich für die regulären Mitarbeitergespräche, Feedback-Gespräche oder Zielvereinbarungen die notwendige Zeit zu nehmen. Ehrlich interessiert zuhören und sich auszutauschen, solange das Gegenüber etwas zu sagen oder zu klären hat. Wie gesagt, das ist das Mindeste. Doch auch abseits dieser regulären Termine kann einmal ein Austausch notwendig sein. Nehmen Sie sich dafür die Zeit und geben Sie Ihren Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, sich mitzuteilen und auszutauschen.

#6 Hören Sie zu

Die eben erwähnten Gespräche sollen in erster Linie dafür da sein, mit den Mitarbeiter*innen in einen Dialog zu treten und nicht in einem Monolog Ihrerseits enden. Was beschäftigt die Menschen in Ihrem Unternehmen? Sind sie glücklich in ihrem Beruf und mit ihrem Job? Geht es ihnen gut? Haben sie Sorgen oder Wünsche?

#7 Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter*innen ernst

Hören Sie nicht nur zu, nehmen Sie die Sorgen, Wünsche und Bedürfnisse Ihres Personals ernst. Versuchen Sie, den Menschen entgegenzukommen und wo nötig und möglich auch Lösungen für Ihre Probleme zu finden.

#8 Um Rat fragen

Wenn Sie Ihre Mitarbeiter*innen um Rat fragen, zeigen Sie Anerkennung. Sie machen dadurch deutlich, dass Sie auf ihre Meinung Wert legen und ihre Expertise zu schätzen wissen. Außerdem begegnen Sie den Arbeitskräften dadurch auf Augenhöhe, was ebenfalls für Anerkennung und Respekt spricht.

#9 Verantwortung übertragen

Wenn Sie Ihren Mitarbeiter*innen Verantwortung übertragen ist das ein Vertrauensbeweis und damit auch ein starkes Zeichen der Anerkennung.

#10 Setzen Sie Taten

All diese Dinge werden die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen im Job erhöhen, keine Frage. Worte können Taten jedoch nicht ersetzen. Ein kleines Präsent, ein Mittagessen, eine kleine Firmenfeier organisieren oder ein zusätzlicher freier Tag nach einem intensiven Projekt - Ihre Mitarbeiter*innen werden solche Gesten sehr zu schätzen wissen und motiviert bestmögliche Leistungen erbringen. Hier finden Sie einige weitere Ideen, mit welchen Benefits Sie bei Mitarbeiter*innen landen können.

#11 Talente erkennen und fördern

Dass Sie die Menschen und die Arbeit, die sie leisten wahr- und ernst nehmen, können Sie zeigen, indem Sie auf die individuellen Stärken eingehen und diese fördern. Davon profitiert sowohl der oder die Mitarbeiter*in als auch das Unternehmen.

#12 Seien Sie ehrlich und authentisch

Da es so wichtig ist, soll es an dieser Stelle noch einmal erwähnt werden. Wertschätzung funktioniert nur, wenn sie ehrlich und authentisch ist. Leere, allgemeine Phrasen geben den Menschen das Gefühl, eine*r von vielen zu sein. Doch es geht um das Individuum, seine Stärken und Schwächen, seinen eigenen Charakter. Sehen Sie das, schätzen sie es und sagen Sie es ihren Mitarbeiter*innen.


UNSER FAZIT ZUM THEMA BERUFLICHE WERTSCHÄTZUNG

Wertschätzung ist ein altes allerdings auch altbewährtes Konzept. Es geht nicht darum, das Rad neu zu erfinden. Im Gegenteil. Es geht grundsätzlich um etwas, das die meisten in ihrer Kinderstube gelernt haben und das bei der Arbeit dennoch zu selten umgesetzt und gelebt wird.

Wertschätzung bedeutet, eben den Wert eines Menschen, seine Fähigkeiten und Persönlichkeit zu erkennen und zu schätzen. Es ist die dauerhafte Haltung des Respekts und der Anerkennung einer Person gegenüber. Dabei bietet das enormes Potenzial für Vorgesetzte. Sowohl menschlich als auch wirtschaftlich. Denn laut Umfragen beeinflusst kaum eine Verhaltensweise die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen im Job so stark, wie der wertschätzende Umgang Ihrer Vorgesetzten. Die Zufriedenheit im Job führt wiederum zu höherer Motivation, Leistungsbereitschaft und Gesundheit der Arbeitnehmer*innen sowie einem generell besseren Arbeitsklima im Betrieb.

Doch viele Arbeitgeber*innen und Vorgesetzte nutzen dieses Potenzial noch zu wenig, wie Umfragen zeigen. Dabei gibt es ganz einfache Schritte, um Wertschätzung im Betrieb zu leben.

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