Bewerbungsarten Teil 6: Die Initiativbewerbung

Die Initiativbewerbung ist ein altbekanntes Bewerbungsverfahren, das nicht auf veröffentlichte Stellenanzeigen abzielt, sondern lediglich das Interesse an einem Arbeitgeber besteht. Der Prozess wird verwendet, wenn Unternehmen nicht öffentlich auf Personalsuche sind, und genau das macht das Ganze zu einer Herausforderung. Trotzdem heißt es, nicht den Mut zu verlieren, denn viele Arbeitgeber schreiben offene Stellen erst intern aus und bevorzugen einen Abteilungswechsel von bestehenden Mitarbeiter*innen. Selbstverständlich gestaltet sich die Einschulungszeit entsprechend kürzer, da die Unternehmenskultur bereits mitgelebt wurde. Ebenfalls kann die Loyalität von Arbeitnehmer*innen gestärkt werden. Viele Aspekte sprechen für den internen Wechsel, allerdings wird eine externe Bewerbung trotzdem in das Auswahlverfahren miteinbezogen, sofern der Versand den eben beschriebenen Zeitpunkt trifft. Ein großer Vorteil, denn die Konkurrenz ist innerhalb dieser Zeitspanne wenig bis gar nicht vorhanden. Ein leichtes Spiel also, um den Traumjob zu ergattern. Wie du deine Erfolgschancen mit einer Initiativbewerbung maximieren kannst, verraten wir dir jetzt. Los geht’s – mit steirerjobs.at zum neuen Job!

Die erfolgreiche Initiativbewerbung

Was ist eine Initiativbewerbung?

Wer eine Initiativbewerbung verschickt, reagiert nicht auf eine Stellenanzeige, sondern geht selbst auf das Unternehmen zu und zeigt wie die Bezeichnung schon sagt, EIGENINITIATIVE. Als Synonym wird gerne die Bezeichnung Blindbewerbung verwendet, welche sich allerdings mit einem wesentlichen Punkt von der Initiativbewerbung unterscheidet, denn dort wird im Vorfeld der verantwortliche Kontaktpartner telefonisch ausfindig gemacht. Dieser Mehraufwand fällt bei der blinden Bewerbung weg, es wird eine NICHT personalisierte Massenmail versendet und gleichzeitig an mehrere Arbeitgeber adressiert.

Beim initiativen Bewerbungsverfahren informieren sich die Kandidat*innen genauestens über das Unternehmen und lassen die gewonnenen Aspekte in die Unterlagen einfließen. Da sowohl kleinere und mittelständige Unternehmen, als auch große Betriebe, oft nicht alle Stellenangebote ausschreiben, kann bei beiden Varianten eine Bewerbung aus Eigeninitiative zum Ziel führen. Ein Ziel ist in unserem heutigen Fall eine Einladung zum persönlichen Vorstellungsgespräch. Da bei einer Initiativbewerbung im Vorfeld bereits Kontakt bestand, wird diese Variante eher zum Erfolg führen, denn eine Blindbewerbung ist zwar schneller und bequemer für die Bewerber*innen, strahl allerdings weniger Firmeninteresse und Engagement entgegen.


Wie bewerbe ich mich erfolgreich initiativ?

Hast du einen Traum-Arbeitgeber im Auge, gilt es, so viele Informationen wie möglich über das Unternehmen zu sammeln. Will die Firma wachsen und/oder in ein anderes Land expandieren? Ist die Branche generell im Aufwind und eine bestimmte Berufsgruppe gefragter als sonst? Im Rahmen dieser Recherche empfiehlt es sich auch, das gewünschte Unternehmen direkt zu kontaktieren (Telefonat), um den grundsätzlichen Bedarf abzuklären. Im Anschreiben kannst du dich dann auf dieses Telefonat und den jeweiligen Ansprechpartner beziehen. Es ist immer von Vorteil, sich auf Mitarbeiter*innen referenzieren zu können, denn das scheint als eine Art Empfehlung. Immerhin war der Kontaktpartner mit der Zusendung deiner Bewerbungsunterlagen einverstanden und wartet darauf. An dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass nach dem Gespräch nicht viel Zeit verstreichen soll, bis die Bewerbung abgesendet wird. Denn ansonsten kann es passieren, dass du als potenzieller Mitarbeiter in Vergessenheit gerätst. Das wäre eine vergeudete Chance!


Perspektivenwechsel – welche Informationen sind für Arbeitgeber*innen wirklich interessant?

Der nächste Schritt erfordert etwas Einfühlungsvermögen! Welche Eigenschaften und Fähigkeiten würdest du fordern, wenn du ein personalsuchender Unternehmer wärst? Ein Perspektivenwechsel in die Rolle des Arbeitgebers hilft oftmals in die richtige Lage umzudenken, um relevante Informationen auszupacken. Lese ebenfalls die Stellengesuche für andere Jobs in dieser Firma, eventuell kommen gewissen Anforderungen überall vor. Je mehr wichtige Informationen du aus deiner Recherche übermitteln kannst, desto besser, denn die Arbeitgeber sind sich sehr wohl drüber bewusst, ob sich Bewerber*innen ausreichend über die Firmenwebsite informiert haben, oder nicht. Zeige damit starkes Firmeninteresse und sammle Pluspunkte. Ein paar folgender Antworten sollten im Bewerbungsschreiben Platz finden, denn damit wird dem Unternehmen eindeutig signalisiert, dass eine Bereicherung für das Unternehmen gewonnen werden kann:

  • Welche Qualifikationen machen mich besonders?
  • Mit welchen Fähigkeiten und Erfahrungswerten kann ich mich von der Konkurrenz abheben und in das Unternehmen einfließen lassen, sowie auch erweitern. (Man lernt nie aus, so kann dich auch ein Jobwechsel beruflich weiterentwickeln und generelle Karrierechancen sukzessive steigern.)
  • Warum sollte sich der Arbeitgeber für dich entscheiden, wenn nicht öffentlich nach Personal gesucht wird?
  • Was sind meine Karriereziele? (Ziele motivieren unsere Persönlichkeit und sollten uns immer wieder vor Augen geführt werden.)
  • Kann ich die gesteckten Karriereziele in dem neuen Unternehmen erreichen?
  • Mit welchen 3 Eigenschaften würde ich mich perfekt beschreiben?

Bewerbungsunterlagen personalisieren!

Das Bewerbungsschreiben, das Begleitschreiben selbst, sowie auch der Lebenslauf sollten auf die jeweilige Firma maßgeschneidert werden. Der ausfindig gemachte Ansprechpartner sollte ebenfalls persönlich angeschrieben werden. Stelle dir die Frage, "warum braucht das Unternehmen genau dich“? Je besser du in das Firmenprofil passt, umso höher sind die Chancen für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Denn bei einer Initiativbewerbung gilt es, sich von anderen Bewerber*innen abzuheben, denn es bedarf an mehr Überzeugungskraft, da der gewünschte Arbeitgeber „eigentlich“ nicht auf Personalsuche ist.


Tipps für die Initiativbewerbung

  • Da sich deine Bewerbung auf keine Stellenausschreibung bezieht, kannst du auf die Bezeichnung "Initiativbewerbung" verzichten.
  • Personalisiere dein Anschreiben auf die verantwortliche Kontaktperson, mit der im Vorfeld ein kurzes Telefonat geführt wurde, oder bitte um eine verlässliche Weiterleitung an den betroffenen Personalverantwortlichen. Es kann auch das Vorab-Gespräch verzichtet werden, wenn auf der firmeneigenen Karriereseite eine Personalabteilung ausfindig gemacht werden konnte.
  • Auch bei einer Initiativbewerbung empfiehlt es sich, etwa zwei Wochen nach dem Versenden der Unterlagen nachzufragen, ob diese auch die richtige Ansprechperson erreicht hat. Somit rufst du dich erneut in Erinnerung und übermittelst starkes Interesse, den Arbeitgeber gewinnen zu können.
  • Wie bei der Blindbewerbung auch, gibt es auch für die Initiativbewerbung erfolgversprechendere Zeitpunkte zu beachten: ca. 6 Wochen vor dem Quartalsende kündigen die meisten Arbeitnehmer*innen. Die Wochentage Montag und Dienstag sollten vermieden werden, da an diesen Tagen das meiste Arbeitsvolumen ansteht. Weihnachten und Neujahr sollten für derartige Bewerbungsverfahren ebenfalls unterlassen werden, sowie auch die Haupturlaubszeit sind keine günstigen Zeiten.

Weitere Bewerbungsarten:

  1. Die E-Mail-Bewerbung
  2. Die Bewerbungswebsite
  3. Die Blindbewerbung
  4. Die Chiffreanzeige
  5. Das Bewerbungsformular
  6. Das Stellengesuch

UNSER FAZIT FÜR DICH

Der große Erfolg sollte sich aus Initiativbewerbungen nicht versprochen werden, denn immerhin ist es öffentlich, dass ein Unternehmen zur bestimmten Zeit nach keinen neuen MitarbeiterInnen sucht. Meistens hat es Gründe, warum keine Stellenausschreibungen veröffentlicht sind. Viele Arbeitgeber greifen bei Freiwerden einer Stelle jedoch auf die interne Besetzung zurück, bevor der externe Bewerbungsprozess eingeleitet wird. Ein interner Mitarbeiter einzuschulen bedeutet wesentlich weniger Aufwand. Trotzdem, wenn ein Personalentscheider zum richtigen Zeitpunkt eine Initiativbewerbung erhält, wird dieser Kandidat mit Sicherheit berücksichtigt. Ein wenig Glück gehört also auch dazu - also probiere es aus!

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