Chancen & Risiken im internationalen Arbeitsalltag

Berufserfahrung in internationalem Umfeld zu sammeln, ist der Traum von so einigen Arbeitnehmer*innen. Die Meisten erhoffen sich davon, spannende Herausforderungen zu bewältigen, neue Kontakte und Kulturen kennenzulernen und den persönlichen Lebenslauf um eine gewaltige Erfahrung zu bereichern. Klingt für dich fast zu schön, um wahr zu sein? Ist es tatsächlich auch in vielen Fällen. Aber bei einer internationalen Tätigkeit gilt es neben den vielen Chancen auch zahlreiche Risiken zu beachten, auf die wir in diesem Beitrag näher eingehen werden.

Chancen & Risiken im internationalen Arbeitsalltag

Beweggründe für einen Job im internationalen Umfeld

Die Beweggründe, warum wir uns für eine Erweiterung unserer Berufserfahrung in internationalem Umfeld entscheiden, sind genauso vielfältig wie individuell:

  • Die Suche nach neuen Challenges
  • Erweiterte Denk- und Arbeitsweise
  • Das Kennenlernen neuer Kulturen
  • Das Aufbessern des persönlichen Lebenslaufs

Speziell für die Lebenslaufaufbesserung bedeutet ein Auslandsaufenthalt meist einen nachvollziehbaren Gewinn an Erfahrung, Selbstständigkeit und organisatorischen Fähigkeiten, gepaart mit Eigenschaften wie Offenheit, Anpassungsfähigkeit und Selbstbewusstsein. 

Kein Wunder also, dass dieser Pluspunkt sehr überzeugend auf viele Personaler*innen wirkt und sich im Konkurrenzkampf mit anderen Bewerber*innen oft als ausschlaggebendes Argument zur Jobvergabe erweist.

(Positiver) Einfluss auf das Privatleben

Hinzu kommt noch, dass man in fremden Ländern in der Regel mit vielen, bis dato unbekannten Komponenten konfrontiert wird, deren Bewältigung die eigenen Wissens- und Erfahrungswerte ungemein erweitern kann. Wenn man mit der richtigen Motivation und Offenheit an multinationale Projekte herangeht, können daraus nicht nur berufliche Netzwerke, sondern auch Freundschaften fürs Leben entstehen. 

Im Optimalfall lässt sich von den unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen in anderen Ländern auch so Einiges mit nach Hause nehmen. 

Ein Auslandseinsatz in Form einer Beförderung

Abgesehen davon muss der Wunsch nach einer Beschäftigung im Ausland nicht immer unbedingt von den Arbeitnehmer*innen selbst ausgehen.

Insbesondere große, international tätige Konzerne sehen in so manchen talentierten Mitarbeiter*innen das Potenzial für einen Auslandseinsatz und versuchen, ihnen diesen mithilfe von Benefits und der Aussicht auf Aufstiegschancen schmackhafter zu machen. 

Erweitere deine (beruflichen) Reiseerlebnisse

Darüber hinaus werden für Weltenbummler*innen, denen es vorrangig um das Reiseerlebnis abseits der Karriereplanung geht, teilweise auch Studentenjobs angeboten, die man ohne besondere Voraussetzungen und Qualifikationen erfüllen kann, beispielsweise als Saisonarbeiter*in in der Landwirtschaft.

Aber auch ein sogenanntes Gap Year bietet attraktive Möglichkeiten, um die Welt aus einem ganz anderen Blickwinkel kennenzulernen.


Mögliche Risikofaktoren

Gute Gründe für eine internationale Tätigkeit gibt es also mit Sicherheit genug. Was dabei allerdings häufig übersehen wird, sind die Risiken und Gefahren, die auf der Schattenseite lauern. Der folgende Absatz liefert dir eine Checkliste, worauf du achten solltest, und gibt dir Tipps, wie du besser damit umgehen kannst.  

Je nachdem, welches Zielland du für deine Tätigkeit auswählst, ist mit mehr oder weniger starken Unterschieden und Risiken im Vergleich zu deinem Heimatland zu rechnen. Diese beziehen sich insbesondere auf folgende Bereiche:

  • Gesundheit
  • Sicherheit 
  • Sprache und Kommunikation
  • Kultur und Verhaltensweisen
  • Rechte und Gesetzeslage 

Gesundheit

Der Gesundheitssektor hat dabei oberste Priorität.

Zu berücksichtigen ist erst einmal das Gesundheitssystem vor Ort, welches sich vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern von unseren gewohnten (westlichen) Standards stark unterscheidet.

Unter anderem solltest du vor dem Auslandsaufenthalt folgende Punkte abklären:

  • Was passiert, wenn du plötzlich krank wirst oder einen Unfall hast?
  • Gibt es in der Nähe ein Krankenhaus und bist du in so einem Fall durch deinen Arbeitgeber abgesichert?
  • Was sind die äußeren Umstände an deinem Arbeitsplatz in Bezug auf Luftqualität, etwaige physische Belastungen etc.? 
  • Gibt es Impfungen oder andere gesundheitliche Vorkehrungen, die du im Vorhinein treffen solltest?
  • Bist du durch deinen Arbeitgeber krankenversichert? Wenn nicht, wäre eine private Krankenversicherung durchaus ratsam.

Sicherheit

Eine ebenso wichtige Rolle spielt die sicherheitstechnische Lage in deinem Zielland.

Beachtenswert sind Faktoren wie 

  • die politische Situation, 
  • Kriminalität, 
  • Transport und Verkehr, 
  • die Wahrscheinlichkeit von Wetter- und Umweltkatastrophen und 
  • die Sicherheit am Arbeitsplatz, zum Beispiel das Absichern gefährdender Gegenstände auf einer Baustelle oder in einer Fabrik. 

Dazu sollte dir dein Arbeitgeber möglichst transparente Informationen zur Verfügung stellen. 

Kommunikation und richtige Verhaltensweise

Kommunikation und richtige Verhaltensweise

Darüber hinaus ist das Beherrschen der Landessprache in den meisten wichtigeren Positionen eine Grundvoraussetzung. Je nach Job könnten aber auch beispielsweise Englischkenntnisse ausreichen.

Eine etwas komplexere Angelegenheit ist hier die richtige Kommunikation in Bezug auf Kultur und Verhaltensweisen. Bevor du deine Reise antrittst, solltest du dich unbedingt mit den kulturellen Gepflogenheiten des Ziellandes auseinandersetzen, ansonsten passieren schnell einmal Fettnäpfchen, die im schlechtesten Fall vor Gericht enden können.

In muslimischen Staaten könnte das zum Beispiel deinen Kleidungsstil betreffen, des Weiteren wird in manchen Ländern schon das längere Anstarren eines Geschäftspartners als Commitment gewertet. 

Rechtslage

Wobei wir auch schon beim nächsten Thema wären: die Gesetzeslage und somit auch die Auslegung der Menschenrechte und Höhe der Strafen unterscheidet sich von Land zu Land.

Auch wenn es relativ unwahrscheinlich ist, durch ein Fehlverhalten in gewöhnlichem Ausmaß in China die Todesstrafe zu erhalten – ihre bloße Existenz kann schon einmal ein ungutes Gefühl in der Magengegend verursachen.

Abgesehen davon werden die Rechte von Arbeitnehmer*innen in manchen Ländern noch immer mit Füßen getreten, hier solltest du prinzipiell Vorsicht walten lassen und dich im Vorhinein ausführlich erkundigen. 


Besonderheit Studentenjobs

Ganz besonders bei Studentenjobs in der Landwirtschaft und der Textilindustrie wird die Unerfahrenheit der Betroffenen, und mitunter auch ihr Mangel an Alternativen, oft ausgenutzt.

Ein allbekanntes Beispiel dafür sind Großkonzerne in der Modeindustrie, deren Produktionsbedingungen à la „Made in Bangladesh“ aus zahlreichen Dokumentationen bekannt sind, genauso wie Baumwollplantagen in Afrika. Benachteiligt werden die Angestellten hier aber nicht nur in Bezug auf Rechte und die vorherrschenden Bedingungen am Arbeitsplatz, sondern auch finanziell.

Besonders Student*innen, die den Traum eines Auslandspraktikums verwirklichen wollen, sollten aufpassen und das Verhältnis von Kosten zu Nutzen genau abwägen. Mit den Ausgaben für Wohnen, Lebensmittel etc. verkalkuliert man sich schnell, insbesondere in Anbetracht der oft geringen Bezahlung von Pflichtpraktika. Wichtig ist vor allem, im Vorhinein abzuklären, welche Kosten vom Arbeitgeber übernommen werden.

Finde jetzt einen Studentenjob in der Steiermark.

Es gibt jedoch einige Tricks, die die Wahrscheinlichkeit eines „Flows“ am Arbeitsplatz erhöhen können, auf die wir im nächsten Kapitel näher eingehen werden.


Welche Vorsorgemaßnahmen sollten vor Antritt einer internationalen Tätigkeit getroffen werden?

Wenn du dir schon Gedanken über die oben angeführten Risiken gemacht hast, geht es als nächstes an das Treffen der richtigen Vorkehrungen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisen: 

#1: Reisedokumente organisieren

Dazu gehören klassische Dokumente wie

  • Visum,
  • Arbeits- bzw. Aufenthaltsgenehmigung,
  • Reisepass und
  • zusätzliche Reiseunterlagen.

Unbedingt ratsam ist auch eine Sicherheitskopie all dieser Dokumente.

#2: Gesundheitscheck

Wenn du deine Auslandsreise als Mitarbeiter*in eines größeren Betriebs antrittst, kannst du im Voraus einen ärztlichen Gesundheitscheck mit dem Betriebsrat vereinbaren, um dich beispielsweise auf

  • Impfungen,
  • Allergien oder
  • chronische Erkrankungen zu testen,

die in Verbindung mit deinem Auslandsaufenthalt stehen könnten.

#3: Teilnahme an Schulungen

Größere Unternehmen bieten zudem in der Regel Schulungen zum Thema Compliance an, die beinhalten, wie du dich im Zielland zu verhalten hast. Zudem sollten Risiko- und Krisenmanagement sowie Strategien zur Bewältigung von schwierigen Situationen ebenfalls Teil dieser Fortbildungen sein.  

#4: Prüfung der sozialrechtlichen Absicherung durch das Unternehmen

Um in kritischen Situationen vor Ort dann nicht plötzlich allein dazustehen, solltest du zum Abschluss noch einmal Rahmenbedingungen wie

  • Sozialversicherung und
  • Fürsorgepflicht des Unternehmens überprüfen.

Letztere verpflichtet den Arbeitgeber zum Schutz seiner Mitarbeiter*innen vor Risiken und Bedrohungen.

Sind all diese Faktoren geklärt, steht deiner Tätigkeit im Ausland dann hoffentlich nichts mehr im Wege! 


WIR FASSEN ZUSAMMEN

Wenn du die Risiken minimierst, hat eine internationale Tätigkeit definitiv Vorteile! 

Dass berufliche Tätigkeiten im internationalen Umfeld kein Kinderspiel sind, sondern eine ernst zu nehmende Herausforderung, liegt auf der Hand. Doch wenn man die wichtigsten Risikofaktoren bedenkt, sich ausreichend vorbereitet und die eigenen Erwartungen nicht zu hoch setzt, dann kann der Traum vom Auslandsabenteuer durchaus wahr werden!  

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