Bewerbungsarten Teil 4: Die Chiffreanzeige

Du hast eine für dich passendes Stellenangebot gefunden, jedoch wird der betroffene Arbeitgeber verschleiert? Dann hast du es mit einer sogenannten Chiffreanzeige zu tun. Unternehmen wählen die anonyme Vorgehensweise bewusst, dafür gibt es aus Arbeitgebersicht verschiedene Gründe, auf die wir in diesem Beitrag detaillierter eingehen werden. Die häufigste Ursache jedoch, ist eine freiwerdende Stelle, die zu dem Zeitpunkt noch von einem bestehenden Mitarbeiter ausgeführt wird. Grundsätzlich begeben sich Bewerber*innen auf diese Art ins Ungewisse, denn der Arbeitgeber wird erst bekannt gemacht, wenn sich dieser nach Erhalt der Bewerbungsunterlagen aktiv mit dem Kandidaten in Verbindung setzt. Warum ein Geheimnis daraus gemacht wird, und welche Besonderheiten wirklich hinter einer Chiffreanzeige stecken? Informiere dich über steirerjobs.at – los geht’s!

Die Chiffreanzeige

Die Chiffreanzeige - die anonyme Stellenausschreibung

Als Chiffreanzeige wird ein Stellenangebot meist aus Gründen der Geheimhaltung vor den eigenen Mitarbeiter*innen, aber auch vor der möglichen Konkurrenz geschalten. Beispielsweise auf der Jobbörse steirerjobs.at werden die anonymen Stellenausschreibungen mit neutralem Design veröffentlicht. Wird eine Bewerbung getätigt, werden diese nicht an den Arbeitgeber übermittelt, sondern erreichen den Posteingang der Jobplattform. Erst von dort aus werden die Dokumente an das Unternehmen weitergeleitet und für die bevorstehende Vorselektion ausgewertet. Ebenfalls die zur Verfügung stehende Kontaktdaten entsprechen nicht dem Auftraggeber, sondern ebenfalls einem Recruiting-Team von steirerjobs.at. Die Handhabung ist individuell, jedoch funktioniert das Chiffre-Prinzip von Bewerbungsmanagement und Ansprechpartnern immer gleich.


Warum werden Jobs anonym ausgeschrieben?

Hinter einem anonymen Stelleninserat steckt eine bewusste Unterschlagung von Informationen zum Unternehmen. Entweder möchte der Arbeitgeber nicht von bestehenden Mitarbeiter*innen, oder von der Konkurrenz mit einem neuen Personalbedarf entdeckt werden. Übliche Gründe für eine Chiffreanzeige sind folgende:

  • Bevorstehende Kündigung: Die freiwerdende Position ist zwar besetzt, allerdings steht das Arbeitsverhältnis des betroffenen Mitarbeiters auf der Kippe. Ist ein passender Kandidat gefunden, kann für einen effizienten Ersatz gesorgt werden. Innerhalb dieser Situation wird einer frühschnellen Gerüchteküche vorgebeugt, um eine funktionierende Zusammenarbeit oder das Arbeitsklima nicht negativ beeinträchtigen zu müssen. Auch auf Management- und Führungsebene wird die anonyme Vorgehensweise gerne in Betracht gezogen, um der vorschnellen Spekulation aus dem Weg zu gehen.
  • Projekt- und Tätigkeitserweiterung: Plant ein Unternehmen bedeutsame Zukunftsprojekte und neue Strategien, für die menschliche Ressourcen nicht gegeben sind, wird eine Chiffreanzeige geschalten. Sofern die Planungsphase noch nicht an Mitarbeiter*innen kommuniziert wurde. Der zweite wesentliche Grund ist die Konkurrenz, die selbstverständlich auch aus Stellenangeboten essenzielle Informationen zu Produkteinführungen, Schwerpunktverlagerungen und grundsätzlichen Erneuerungen entnehmen kann, was selbstverständlich dem Unternehmenserfolg im Weg stehen kann. Derartige Entwicklungsphasen erfordern ein eigens Team, sowie eine gewisse Vorlaufzeit in der eine verdeckte Haltung gegenüber Unannehmlichkeiten für die Projektleiter von Vorteil ist.
  • Ein negatives Image eines Unternehmens kann ein weiterer Grund für eine Chiffreanzeige sein. Arbeitgeber sind sich dem entstandenen Ruf bewusst, und möchten potenzielle Bewerber*innen dadurch nicht verlieren, bzw. abschrecken. Nur mit unvoreingenommenem neuen Personen ist es dem Unternehmen möglich, das Image in ein positives Licht zu rücken.

Wie du aus den drei Punkten entnehmen kannst, ist der Hintergrund für eine anonyme Stellenausschreibung Großteiles mit einem negativen Beigeschmack verbunden. Dies gilt allerdings nur für die firmeninterne Situation, die Bewerber*innen und auch Neustarter nicht beeinflussen werden. An dieser Stelle ist das neue Personal grundsätzlich die Lösung für ein Problem, also stehen die Chancen sogar sehr gut, wenn du als Jobsuchender eine Bewerbung auf eine Chiffreanzeige wagst. Ebenfalls möchten wir erwähnen, dass es bedeutsame Erfahrungswerte mit sich bringt, wenn neue Mitarbeiter*innen für einen Projektstart zur Unterstützung miteinbezogen werden. Die Integration in das bestehende Team sowie in sämtliche Prozessabläufe verlaufen entsprechend schneller. Karrierechancen erweitern sich, denn Projektmitarbeiter*innen entpuppen sich im Laufe der Bearbeitungsphase als wichtige Spezialisten und agieren als einflussreiche Persönlichkeiten.


Wie soll ich mich bewerben?

Aus diesen möglichen Eventualitäten ist es am besten, wenn du deine Bewerbungsunterlagen in Kurzform überreichst. Der Prozess funktioniert anfangs wie eine Blindbewerbung - anonym und unpersönlich - denn es stehen den Bewerber*innen immerhin keine direkten Kontaktdaten zur Verfügung. Ein Bewerbungsschreiben und ein Lebenslauf mit aktuellem Foto sind für eine Chiffreanzeige erstmals völlig ausreichend. Was beim richtigen Bewerbungsfoto unbedingt beachtet werden sollte, erfährst du in unserem Beitrag „Die Wirkung des Bewerbungsfotos“. Notiere im Anschreiben, dass auf weitere Dokumente zu deiner Person zurückgegriffen werden kann, sofern diese von Bedarf sind. Da beim Absenden der Bewerbungsunterlagen nicht bekannt ist, bei welchem Unternehmen du dich bewirbst, kannst du einen Sperrvermerk anbringen:


Vorgehensweise: Bewerbung auf eine Chiffreanzeige

Vorab gilt: Beinhaltet die Stellenausschreibung einen Chiffre-Code, sollte dieser in den Bewerbungsunterlagen entsprechend angeführt sein, damit der Empfänger die Nachricht ordentlich zuordnen und an den Arbeitgeber weiterleiten kann.

  1. Gestalte deine Bewerbungsunterlagen und Anschreiben wie für eine Blindbewerbung. Ohne Angaben jeglichem Empfänger, denn der ist dir zu dem Bewerbungszeitpunkt unbekannt. (Außer es sind derartige Informationen in der Stellenausschreibung notiert.)
  2. Stecke deine Unterlagen in einen Umschlag, worauf die Chiffre-Nummer notiert ist. Oder verwende für die digitale Bewerbung die zur Verfügung stehende E-Mail-Adresse. Für beide Varianten gilt, den Chiffre-Code mitzuliefern, sofern die Notiz zur Verfügung steht.
  3. In einem Begleitschreiben bittest du darum, deine Bewerbungsunterlagen nur dann weiterzureichen, wenn es sich nicht um die Unternehmen X,Y oder Z handelt. Sollte das doch der Fall sein, solltest du um das sofortige Entsorgen deiner Nachricht bitten. So kannst du negative Eventualitäten vorab ausschließen.

Warum ein Sperrvermerk?

Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, dass sich Bewerber*innen beim derzeit aktuellen Arbeitgeber bewerben, das könnte den betroffenen Mitarbeiter bei der Jobsuche entlarven. Für das künftige Arbeitsverhältnis kann sich das negativ auswirken, denn der Vorgesetzte wird das Interesse an einem anderen Beruf in Frage stellen, sofern das weiterführende Binden an das Unternehmen von Bedeutung ist. Aus dieser Eventualität ist es hilfreich, wenn dem sogenannten „Zwischenmändchen“ mitgeteilt wird, dass eine Weiterleitung bei bestimmten Unternehmen nicht erfolgen soll. So kann die Zwischenspeicherung zu seinem Vorteil genutzt werden. Auch in der Vergangenheit liegende Arbeitgeber sollten aus dem Bewerbungsprozess ausgeschlossen werden, sofern die Kündigung beispielsweise nicht einvernehmlich stattfand.


Weitere Bewerbungsarten

Um dich perfekt auf die Bewerbungsphase vorzubereiten, haben wir weitere Beiträge zum Thema "Bewerbungsarten" zusammengefasst. Wir freuen uns, dass du bis zu Ende gelesen hast und wünschen an dieser Stelle viel Spaß beim Weiterlesen und bei der erfolgreichen Bewerbung. Je mehr Wissen du dir als Bewerber*in aneignen kannst, desto souveräner wird dein Gesamtauftritt sein. Eine gute und informative Vorbereitung ist das Erfolgsrezept für den gesamten Karriereweg!

  1. Die E-Mail Bewerbung
  2. Die Bewerbungswebsite
  3. Die Blindbewerbung
  4. Das Bewerbungsformular
  5. Die Initiativbewerbung
  6. Das Stellengesuch

UNSER FAZIT FÜR DICH

Die Chiffreanzeige wird von den meisten Bewerber*innen wenig erfreulich entgegengenommen. Eine Geheimhaltung von Informationen des Unternehmens kann nichts Gutes bedeutet. Aber natürlich, Arbeitgeber schützen ihre Identität nicht nur vor bestehenden Mitarbeiter*innen, sondern auch von der Konkurrenz. Selbstverständlich sind Mitbewerber fähig, aus Stellenausschreibungen und deren Tätigkeitsbereichen von künftigen Projekten zu erfahren. Das gilt es selbstverständlich zu vermeiden, um langfristig Erfolg zu erzielen. Mögliche positive Ereignisse verbergen sich hinter einem anonymen Arbeitgeber:

  • Anstehende Projekte
  • Strategieerneuerungen
  • Markenerweiterungen
  • Imageveränderungen
  • Produkteinführungen

Alles hat Vor- und Nachteile. Bei der Chiffreanzeige ist das nicht anders, also erstmals überdenken, ob die ablehnende Haltung denn tatsächlich die richtige ist. Vielleicht versteckt sich dein Traumjob hinter dieser Anonymität und dir entgeht die Chance, um deinen Karrierezielen einen Schritt näher zu kommen. Aus Respekt vor Unannehmlichkeiten sich nicht zu bewerben, ist definitiv kein guter Grund, denn mittels Sperrvermerkes, kannst du genau diesen Situationen entgegenwirken. Übermittle innerhalb des Begleitschreibens, an welche Unternehmen deine Bewerbungsunterlagen weitergeleitet werden dürfen und an welche nicht.

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