1. Mai - der Tag der Arbeit

Der 1. Mai ist in Österreich und vielen anderen Ländern ein gesetzlicher Feiertag. Wir feiern den "Tag der Arbeit" - doch was steckt dahinter?

1. Mai | Der Tag der Arbeit

Die Entstehung des 1. Mai - "Der Tag der Arbeit"

Die Geschichte des 1. Mai beginnt in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die ArbeiterInnen im Zeitalter der Industrialisierung begannen, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.


Die blutigen Anfänge: Der Kampf um einen 8-Stunden-Tag in Australien und Amerika

1856 führten erstmals australische Fabrikarbeiter einen Streik mit der Forderung nach einem 8-Stunden-Tag durch. Damals waren noch Arbeitstage mit bis zu 14 Stunden Arbeitszeit und mehr üblich. 1886 streikten dann viele nordamerikanische Arbeiter mit dem gleichen Ziel. In Chicago endeten die Aufstände durch eine gewalttätige Polizeiaktion mit Toten und Verletzten. Es sollte zwei Jahre dauern, ehe die Amerikaner beschlossen, ihre Forderungen erneut zum Ausdruck zu bringen. Die "American Federation of Labor (AFL)" legte auf ihrem Kongress von St. Louis im Dezember 1888 den 1. Mai als Kampftag für einen gesetzlichen Normalarbeitstag von acht Stunden fest.


Der 1. Mai: In Amerika schon früher ein wichtiger Tag für ArbeiterInnen

Man hatte den 1. Mai nicht zufällig gewählt, es war der sogenannte "Moving Day", ein Stichtag für den Abschluss oder die Aufhebung von Verträgen, oft verbunden mit Arbeitsplatz- und Wohnungswechsel. So einen "Wechseltag" kannte man auch in Österreich, im ländlichen Raum. Zu Maria Lichtmess am 2. Februar endete für Mägde und Knechte das Arbeitsjahr und sie erhielten Ihren kargen Lohn und nach alter Tradition auch neue Schuhe.


Der 1. Mai in Europa:

Im Sommer des Jahres 1889 beschloss der internationale Arbeiterkongress in Paris, im darauffolgenden Jahr weltweit Veranstaltungen durchzuführen, in denen eine Arbeitszeitverkürzung gefordert werden sollte und schloss sich dem von der AFL in Amerika gewählten Datum an. Daraufhin kam es am 1. Mai 1890 in vielen Ländern zu Demonstrationen und nie erlebten Massenkundgebungen.

Die Maikundgebungen fanden ab diesem Zeitpunkt jährlich statt. Die Demonstranten forderten neben der Reduktion der täglichen Arbeitszeit auch die Einführung des allgemeinen Wahlrechts sowie eine Pensions- und Invaliditäts-, Witwen- und Waisenversorgung. Ab etwa 1900 wurde der 1. Mai in den meisten Kollektivverträgen, die zu dieser Zeit zunehmend abgeschlossen wurden, bereits als freier Tag festgelegt. Somit stellte die Teilnahme an den Kundgebungen auch keinen Entlassungsgrund mehr dar.

Der 1. Weltkrieg setzte dem Aufstieg der organisierten Arbeiterbewegung ein vorübergehendes Ende. Der Zerfall der Donaumonarchie und die damit verbundenen sozialen und politischen Veränderungen brachten die große Maifeier jedoch bald wieder zurück. In der Ersten Republik wurde der „Tag der Arbeit“ zum Staatsfeiertag erklärt. In der Zeit von 1933 bis 1938 wurde der Staatsfeiertag durch Bundeskanzler Engelbert Dollfuß jedoch wieder abgeschafft.

Das NS-Regime führte den Maifeiertag ab 1938 als "Tag der deutschen Arbeit" wieder ein und der erste Mai wurde als „Nationaler Feiertag des deutschen Volkes“ mit aufwendigen Massenaufmärschen begangen.

Seit dem 2. Weltkrieg ist der 1. Mai wieder Staatsfeiertag mit dem Sinn, den ihm die ArbeiterInnenbewegung im 19. Jahrhundert gegeben hat.

Das Team von steirerjobs.at wünscht einen schönen erholsamen Feiertag!

 

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