Dienstverhinderung

In welchem Fall bekommt der Arbeitnehmer frei und wird für diese Zeit ein Entgelt bezahlt?

Die Regelungen, wer wann wofür frei bekommt und weiter bezahlt wird, sind für Arbeiter und Angestellte teilweise unterschiedlich.

Angestellte
Der Anspruch auf Entgelt bleibt dann erhalten, wenn es sich um Gründe handelt, die die Person des Arbeitnehmers selbst betreffen, an denen ihn jedoch keine Schuld trifft und die ihn nur kurze Zeit an der Ausübung seiner Tätigkeit hindert (z.B. die eigene Hochzeit oder ein Umzug). Die Bestimmung im Angestelltengesetz sieht hierbei keine Obergrenze für die Dauer der Verhinderung vor und sie kann weder eingeschränkt noch aufgehoben werden. D.h. dass zusätzliche Regelungen im Kollektiv- oder Arbeitsvertrag sowie in Betriebsvereinbarungen günstiger sein müssen.

Achtung: Die Notwendigkeit der Dienstverhinderung muss auf jeden Fall nachgewiesen werden können, sonst wird u.U. eine Entlassung wegen unentschuldigten Fernbleibens riskiert.

Arbeiter
Für Arbeiter gilt dieselbe Bestimmung wie für Angestellte, jedoch kann sie sehr wohl durch den Kollektivvertrag verändert werden. Fast alle Kollektivverträge für Arbeiter enthalten eine vollständige Liste der Gründe bei bestehender Entgeltspflicht samt der zu gewährenden Freizeit.

Vermeidung einer Dienstverhinderung
Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, alle zumutbaren Maßnahmen zu ergreifen, um eine Dienstverhinderung abzuwehren. Im Falle von “höherer Gewalt” z.B. in Form von starken Schneefällen oder Überschwemmungen wäre dies etwa ein früheres Aufbrechen, ein veränderter Anfahrtsweg o.ä. Weiters muss die Firma darüber informiert werden, wenn ein pünktliches Erscheinen bei der Arbeit nicht möglich ist. Ist gar kein Durchkommen zur Arbeitsstelle möglich, handelt es sich um ein berechtigtes Fernbleiben, daher müssen Angestellte auch keinen Urlaubstag nehmen. Bei Arbeitern ist dies nur dann der Fall, wenn der Kollektivvertrag keine anders lautende Regelung enthält.

Durch einen berechtigten Grund verursachte Verspätungen oder Fernbleiben ist kein Entlassungsgrund, wenn alles Zumutbare unternommen wurde, um pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen!