Was tun bei ungerechtfertigter Kündigung?

Sie wurden gekündigt und empfinden dies als ungerechtfertigt? Lesen Sie, wann eine Entlassung angefochten werden kann und welche Fristen Sie einhalten müssen.

Laut Kündigungsschutz im Arbeitsrecht kann eine Kündigung bzw Entlassung angefochten werden, wenn ein verpöntes Motiv als Vorwand für die Kündigung herangezogen wurde (Motivkündigung) oder diese sozial ungerechtfertigt ist (Sozialwidrigkeit). Letztere ist in den meisten Fällen der Grund für die Anfechtung und nur dann möglich, wenn der Arbeitnehmer mindestens sechs Monate im Unternehmen beschäftigt war und mindestens fünf Arbeitnehmer dort regelmäßig beschäftigt sind.
Eine Sozialwidrigkeit ist dann gegeben, wenn die finanzielle Schlechterstellung des Arbeitnehmers ein solches Ausmaß erreichen, dass sie "eine fühlbare, ins Gewicht fallende Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Lage" zur Folge hat. Dies muss noch keine soziale Notlage oder Existenzgefährdung bedeuten.

Achtung, Fristen laufen!
Nach dem Ausspruch der Kündigung ist eine Anfechtung binnen 7 Tagen gerichtlich geltend zu machen. Somit empfiehlt es sich, sofort nach Erhalt der Kündigung einen Anwalt zu Rate zu ziehen.

Legale Entlassungsgründe sind...
... bei Arbeitern (§ 82 GewO 1859): beharrliche Pflichtenverweigerung, dauernde Arbeitsunfähigkeit, grobe Ehrenbeleidigung, Inhaftierung, Nebengeschäfte, unbefugtes Verlassen des Arbeitsplatzes, Unfähigkeit zur Dienstverrichtung oder Vertrauensunwürdigkeit.
... bei Angestellten (§ 27 AngG): beharrliche Pflichtenverweigerung, Unfähigkeit zur Dienstverrichtung, Unterlassung der Dienstleistung, Untreue oder Vertrauensunwürdigkeit.